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Synchronisation von Dokumenten – wer braucht sowas?

Wenn wir ganz weit zurück schauen, sagen wir mal bis vor das Ende der 80er Jahre, dann stellen wir fest, dass eine der wichtigsten Errungenschaften der elektronischen Datenverarbeitung die zentrale Bereitstellung von Informationen und Dokumenten war. Dazu wurden Informationen auf Großrechnern gespeichert, von denen die Informationen teilweise recht mühevoll abgerufen wurden.

Hat sich das eigentlich verändert?

Ja und nein! Schauen wir ins Internet, was stellen wir fest? Das Internet ist ein Netzwerk, bestehend aus vielen Knotenpunkten, über die die Informationen um die Erdkugel verteilt werden. Frei verfügbare Information kann überall auf der Welt eingesehen werden kann. Dass wir die Informationen verknüpfen können, ist ein weiteres Kennzeichen, auf das ich in diesem Zusammenhang nicht genauer eingehen werde.

Man kann das Internet als eine zentrale Instanz bezeichnen, über die Information, die dezentral entstanden und bereitgestellt wird, für alle verfügbar gemacht wird.

Damit das technisch überhaupt funktionieren kann, muss die Information über viele Server synchronisiert bereitsgestellt werden. Der Abruf einer Informationseinheit, die in New York gespeichert wurde von zum Beispiel Sydney aus, würde dann doch einen „zu langen Weg“ gehen müssen, da helfen auch keine schnellen Netzwerke. Das Internet funktioniert also dadurch, dass Informationseinheiten über die gesamte Welt verteilt synchronisiert werden. Die Technik, wie das genau funktioniert, kann und will ich hier nicht im Detail erklären. Klar ist, dass das quasi „während wir schlafen“ funktioniert. Das sollte nur ein Beispiel sein, um die Frage nach der Synchronisation in ihrer ganzen Tragweite anzureissen.

Jetzt schauen wir mal von der weiten Welt in unsere kleine und bescheidene Welt eines Haushalts mit zwei Erwachsenen und zum Beispiel zwei Kindern und diversen Geräten. Machen wir es uns einfach und gehen von zwei Notebooks, einem Arbeitsplatz-PC und vier Smartphones aus.

Wir sind eine Familie und teilen Informationen – nicht alle natürlich, denn jeder hat auch seinen ganz persönlichen Bereich, den wir ganz ohne DSGVO einfach so respektieren. Jeder von uns möchte aber Fotos, die er oder sie machen, allen anderen ohne Umschweife sofort zur Verfügung stellen. Was können wir tun?

Wir können vereinbaren, dass die Informationseinheiten (die Fotos) über einen zentralen Server, ganz wie beim oben beschriebenen Großrechner, allen bereitgestellt werden. Dazu müsste jeder, der Fotos bereitstellen möchte, diese auswählen und auf den zentralen Server in unserem kleinen Haushalt hochladen. Extra einen Server installieren? Kann man, es ist aber nicht wirklich notwendig, es macht die Sache sogar unnötig kompliziert!

Viel einfacher ist es, wenn alle, die Fotos machen, diese sofort nach dem Sichten und Speichern auf dem eigenen Gerät an alle verteilen. Mit anderen Worten, wenn die Fotos synchronisiert werden. Müssen wir dafür etwas tun? Das Tolle ist, dass wir diese Arbeit der Synchronisation vollständig einer Software übertragen können, die das im Hintergrund, also ohne persönliches Zutun, automatisch erledigt.

Eine solche Software kann – wenn möglich bevorzuge ich Open Source Software und spende für die Projekte – die weniger bekannte Software Seafile sein. Im folgenden beziehe ich mich bei allen Beispielen auf Seafile und nicht auf den wohl bekanntesten Cloud-Speicher Dropbox. Seafile kann die Synchronisation aller Fotos reihum auf den drei Rechnern vollautomatisch realisieren und kann von jedem Smartphone, auf dem Fotos gemacht werden, diese den drei Rechnern im Haushalt zur Verfügung stellen.

In der Praxis bedeutet das, dass jedes Foto, das von irgend einem Smartphone in der Familie geschossen wurde, nach kurzer Zeit automatisch auf allen drei Rechnern zur Verfügung steht und betrachtet werden kann. Mehr noch, jedes der Fotos kann modifiziert werden und die Änderungen werden vollautomatisch wieder allen anderen zur Verfügung gestellt.

Fassen wir zusammen:

In einem Netzwerk von Rechnern, das über eine Synchronisationslösung wie zum Beispiel Seafile miteinander verbunden ist, können alle Dokumente innerhalb der Synchronisierungsverzeichnisse jederzeit vollautomatisch bereitgestellt werden. Keiner muss die Fotos bewusst hochladen und die anderen informieren, die Synchronisationslösung kümmert sich selbst darum, dass alle Fotos zu allen Rechnern verteilt werden.

Die einzige Bedingung, damit die Synchronisation funktioniert, ist, dass sich die Rechner im Netzwerk befinden und die Synchronisation korrekt eingerichtet und aktiviert wurde.

Einschränkung:

Synchronisationslösungen schaffen zwar Redundanz, ersparen uns aber nicht, über Backup nachzudenken!

Veröffentlicht in Allgemein

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